Hebamme
Was ist Ebe?
Beschreibung (Deutsch)
In Deutschland sind Hebammen (Hebamme) zentrale Fachkräfte im Gesundheitswesen, die Frauen während der Schwangerschaft, Geburt, des Wochenbetts und der Stillzeit umfassende medizinische und psychosoziale Unterstützung bieten. Dieser Beruf begleitet werdende Mütter und frischgebackene Mütter, beginnend mit der Schwangerschaft bis zu ihren Babys
Studiengänge, die zu diesem Beruf führen
Feld Medizin, Gesundheitswissenschaften →Der Beruf Hebamme in Deutschland wird in der Regel durch Studiengänge im Bereich Medizin, Gesundheitswissenschaften:
Advanced Healthcare
Master · Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Advanced Nursing Practice
Master · Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg
Advanced Nursing Practice
Master · Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Advanced Practice Nursing
Master · Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen
Angewandte Hebammenwissenschaft Midwifery
Bachelor · Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
Angewandte Pflegewissenschaft
Bachelor · Jade Hochschule
Detaillierte Informationen
▶ Medien
Informationsangebote der Bundesagentur für ArbeitFilm Hebammenkunde (grundständig)Weitere InformationsangeboteDeutsche Hebammen ZeitschriftDie HebammeDigitalisierung in der Pflege. Wie intelligente Technologien die Arbeit professionell Pflegender verändernHebammenforuminfo-wundversorgung.deOnline-Ratgeber PflegeReformen in Ausbildungen der Gesundheitsfachberufe: Akademisierung – Modernisierung – Neue BerufeThemenwelt Hebammenarbeit
▶ Trends
Das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) im GesundheitswesenDas Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation (Digitale-Versorgung-Gesetz, DVG) soll die Digitalisierung der medizinischen Versorgung voranbringen. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ist bereits Pflicht. Außerdem können Patienten und Patientinnen auf Wunsch bereits die elektronische Patientenakte nutzen. Auch digitale Angebote wie Online-Sprechstunden, Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) oder elektronische Rezepte gewinnen immer mehr an Bedeutung. Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser sind verpflichtet, an der bundesweiten Telematik-Infrastruktur teilzunehmen, die sie untereinander und auch mit den Krankenkassen digital vernetzen soll. Fach- und Führungskräfte im Gesundheitsweisen müssen sich mit diesen Entwicklungen intensiv auseinandersetzen, weil sie immer mehr zum beruflichen Alltag gehören werden.
▶ Interessen
Folgende Interessen sind wichtig und hilfreich, um in diesem Studienberuf erfolgreich zu sein. Die Interessen sind in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit angegeben. Zu jedem Interessenbereich werden zur Veranschaulichung Tätigkeiten genannt.Interesse an sozial-beratenden Tätigkeitenz.B. einfühlsames Betreuen von Müttern in den ersten Tagen nach der Geburtz.B. individuell angepasstes Beraten werdender Mütter hinsichtlich aller Belange einer Schwangerschaftz.B. professionelles Durchführen von Kursen zur GeburtsvorbereitungInteresse an praktisch-konkreten Tätigkeitenz.B. Helfen bei der Geburt des Kindes und Durchführen des manuellen Dammschutzesz.B. Abnabeln, Reinigen und Versorgen von NeugeborenenInteresse an theoretisch-abstrakten Tätigkeitenz.B. Erkennen von Abweichungen vom normalen Geburtsverlauf, die das Hinzuziehen eines Arztes/einer Ärztin erfordernInteresse an verwaltend-organisatorischen Tätigkeitenz.B. fehlerfreies Dokumentieren von Geburten
▶ Arbeitsorte
Hebammen arbeiten in erster Liniein Praxis- und Büroräumenin Kreißsälen und Entbindungsräumenauf Schwangeren-, Wochen-, Säuglingsstationen, in Patienten- und Säuglingszimmernin Gymnastikräumenin PrivatwohnungenDarüber hinaus arbeiten sie ggf. auchin den Räumen sozialer oder öffentlicher Einrichtungen und Institutionenin Seminarräumen und Hörsälen
▶ Kompetenzen
Kernkompetenzen, die man während des Studiums erwirbt bzw. vertieft:Geburtshilfe, EntbindungspflegeGeburtsvorbereitung, GeburtsnachbereitungGynäkologie (Pflege, Assistenz)PatientenbetreuungSäuglingspflegeSchwangerschafts-, WochenbettgymnastikSchwangerschaftsuntersuchungStillberatungWeitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:AtemtherapieBindungstheorieDiagnoseEhe- und FamilienrechtGesundheitspädagogik, -beratungGesundheitsvorsorge (Prävention)GesundheitswissenschaftenKinderheilkunde (Pflege, Assistenz)Kinder- und JugendhilferechtKrankenhaus-, PraxishygieneKrankenhausinformationssysteme - KISLehrtätigkeit (Hochschule)MassagetherapieMedizinische DokumentationNaturheilkunde, NaturheilverfahrenNatürliche GeburtPharmakologieQualitätsmanagementSäuglinge (Betreuung)Schwangerschaftsverhütung (Beratung)Sozialpädagogische Familienhilfe
▶ Digitalisierung
Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeits- und Berufswelt kann Aufgabenfelder und Anforderungsprofile verändern. Es eröffnet sich für Hebammen ggf. die Chance, sich mit folgenden Technologien, Verfahren oder Systemen zu befassen:Elektronische Pflegedokumentation - ePD (z.B. Patientendaten für die Geburtshilfe und Wochenbettbetreuung elektronisch ermitteln und dokumentieren)Krankenhausinformationssysteme - KIS (z.B. mit Krankenhausinformationssystemen medizinische und administrative Daten erfassen, bearbeiten und verteilen)Praxisverwaltungssysteme - PVS (z.B. Befunde und Maßnahmen in Praxisverwaltungssystemen dokumentieren)Telecare (z.B. Schwangere per Videotelefonie beraten und Fragen der werdenden Mütter beantworten)Vernetzte Tourenplanung und Leistungserfassung - vTL (z.B. Leistungsdokumentation und Abrechnungen für Hausbesuche softwaregestützt erstellen)
▶ Arbeitssituation
Hebammen betreuen, versorgen und begleiten Schwangere und Neugeborene. Dies setzt ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein voraus. Kontaktbereitschaft, Einfühlungs- und Durchsetzungsvermögen sowie Beherrschtheit sind im Umgang mit werdenden Müttern wichtig. Das Abnabeln, Reinigen und Versorgen von Neugeborenen erfordert Sorgfalt und Hygienebewusstsein. Kommt es bei Entbindungen zu Komplikationen oder Notsituationen, müssen Hebammen rasch Entscheidungen treffen. Beim Umgang mit Schwangeren bzw. Familien in besonderen psychosozialen oder gesundheitlichen Situationen sowie bei der Geburt von kranken Kindern oder bei Totgeburten benötigen sie psychische Stabilität und Belastbarkeit sein. Über Patientendaten bewahren sie stets Verschwiegenheit. Während der Geburt arbeiten sie auch gebückt in Zwangshaltungen; das kann körperlich anstrengend sein.Hebammen gehen mit geburtshilflichen und medizinischen Instrumenten und Apparaten um, bei Geburtsvorbereitungskursen auch mit Gymnastikzubehör. Während einer Geburt tragen sie Schutzkleidung wie Kittel, Einweghandschuhe und ggf. Mundschutz. Sie haben unmittelbaren körperlichen Kontakt zu Müttern und Säuglingen. Ihre Arbeitsorte wechseln sich ab: bei Vorbereitungskursen sind sie in Praxis- oder Gymnastikräumen tätig, bei Geburten oft in künstlich beleuchteten Kreißsälen oder Operationsräumen, teils aber auch in den Wohnräumen werdender bzw. junger Mütter. Dokumentations- und Verwaltungsaufgaben erledigen sie im Büro am Computer. In der Reg...
▶ Existenzgründung
Hebammen können freiberuflich tätig sein oder z.B.:eine Hebammenpraxis gründenein Geburtshaus eröffnenals Beleghebamme in Kliniken oder Krankenhäusern arbeiten
▶ Verdienst/Einkommen
Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung im Tarifbereich öffentlicher Dienst (monatlich): 3.863 € bis 4.691 €Quelle:Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD)Hinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.
▶ Branchen im Einzelnen
GesundheitswesenKrankenhäuser, insbesondere geburtshilfliche AbteilungenAmbulante Pflegedienste, hier: FamilienhebammenGeburtshilfe und Hebammen, z.B. hebammengeleitete Einrichtungen, v.a. Hebammenpraxen und GeburtshäuserAuch denkbar:Hochschulen, Fachhochschulen, Berufs-, FachakademienUniversitätenFachhochschulen, Duale Hochschulen, VerwaltungsfachhochschulenÖffentliche VerwaltungÖffentliche Verwaltung des Gesundheitswesens, z.B. Gesundheitsämter, Krankenkassen
▶ Zugang zur Tätigkeit
Die Ausübung der Berufstätigkeit ist reglementiert. Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, braucht ein abgeschlossenes Studium im Bereich Hebammenkunde und die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung Hebamme.
▶ Zugangsstudienfächer
Hebammenkunde (grundständig)Hebammenkunde (weiterführend)
▶ Arbeitsbereiche/Branchen
Hebammen finden Beschäftigung in erster Liniein geburtshilflichen Abteilungen von Krankenhäusernin Hebammenpraxenin Geburtshäusernals freiberufliche HebammenDarüber hinaus finden sie auch Beschäftigungbei sozialen Dienstenbei Gesundheitsämternan Hochschulen
▶ Tätigkeitsbezeichnungen
HebammeAuch übliche Berufsbezeichnung/SynonymGeburtshelfer/inFrühere BerufsbezeichnungHebamme/Entbindungspfleger(Ausbildungs-/Studienberuf bis 2022)Berufsbezeichnungen in englischer SpracheMidwifeRegistered MidwifeBerufsbezeichnung in französischer SpracheSage-femme
▶ Sonstige Zugangsbedingungen
Wer eine Tätigkeit unter der Berufsbezeichnung "Hebamme" ausüben will, benötigt dafür die Erlaubnis nach § 5 des Gesetzes über das Studium und den Beruf von Hebammen aus dem Jahr 2020. Die Erlaubnis beantragt man bei der zuständigen Landesbehörde.Für eine Tätigkeit als Familienhebamme ist darüber hinaus eine entsprechende Zusatzqualifikation oder der Nachweis einer mehrjährigen Berufstätigkeit erforderlich.Beschäftigte in Gemeinschafts- und medizinischen Einrichtungen müssen gemäß Infektionsschutzgesetz ihre Masernimpfung oder -immunität nachweisen, wenn sie nach 1970 geboren sind.
▶ Arbeits- und Sozialverhalten
Einige Merkmale des Arbeits- und Sozialverhaltens sind gleichermaßen für alle Berufe relevant und werden deshalb nicht gesondert erwähnt. Hierzu gehören: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Kritikfähigkeit sowie angemessene Umgangsformen. Zusätzlich werden die nachfolgend genannten berufsspezifischen Merkmale benötigt, um diesen Studienberuf ausüben zu können.Leistungs- und Einsatzbereitschaft (z.B. Bereitschaft zur Mitarbeit an außerplanmäßigen Entbindungen und tatkräftiges Übernehmen aller notwendigen Aufgaben bei Notfällen oder Komplikationen)Sorgfalt (z.B. genaues Dokumentieren des Geburtsverlaufs; sorgsames Abnabeln der Neugeborenen)Verantwortungsbewusstsein und -bereitschaft (z.B. sorgsames Umgehen mit den werdenden Müttern, um Leben und Gesundheit von Mutter und Kind nicht zu gefährden)Entscheidungsfähigkeit (z.B. rasches Entscheiden in Notfallsituationen während einer Geburt)Selbstständige Arbeitsweise (z.B. eigenständiges Erkennen und Erledigen der Aufgaben in der aufsuchenden Wochenbettbetreuung und Begleitung)Verschwiegenheit (z.B. Stillschweigen über persönliche Daten von schwangeren Frauen wahren)Psychische Belastbarkeit (z.B. sorgfältiges, zuverlässiges Arbeiten trotz hohen Zeitdrucks bei Notfällen und komplizierten Geburten)Psychische Stabilität (z.B. Ruhe bewahren bei der Geburt von kranken Kindern oder Totgeburten)Kommunikationsfähigkeit (z.B. umfassendes Beraten und Informieren von werdenden Müttern über den Geburtsverlauf, um Unsicherheiten zu redu...
▶ Die Tätigkeit im Überblick
Hebammen betreuen Frauen während ihrer Schwangerschaft und bei der Entbindung. Sie versorgen Mütter und Neugeborene im Wochenbett und begleiten sie während der Stillzeit.
▶ Stellen- und Bewerberbörsen
BibliomedPflegeDeutsche Pflegejobsdkm-stellenmarkt.deGesundheit.JobsHebammenforum - Stellenmarktkliniken.dekrankenhaus-stellen.demedicaltopjobs.deÖsterreichisches HebammengremiumPflegejob.deSchweizerischer HebammenverbandSpringer Medizinvalmedi.de
▶ Verbände und Organisationen
Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V.Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V. (DGHWi) GeschäftsstelleDeutscher Berufsverband für Pflegeberufe - DBfK Bundesverband e.V.Deutscher Hebammenverband e.V.International Confederation of Midwives (ICM)ver.di - Vereinte DienstleistungsgewerkschaftZentrum für Qualität in der Pflege (ZQP)
▶ Arbeitsbedingungen im Einzelnen
Verantwortung für Personen (für werdende Mütter, Patientinnen nach der Geburt, Neugeborene)Kundenkontakt (z.B. Schwangeren- und Elternsprechstunden durchführen)gefühlsmäßig belastende Situationen und Tätigkeiten (z.B. bei der Geburt von kranken Kindern oder bei Totgeburten)Umgang mit problembelasteten Menschen (z.B. Schwangere in besonderen psychosozialen oder gesundheitlichen Situationen)Arbeit unter Zwangshaltungen (gebücktes Arbeiten während der Geburt)Arbeit mit technischen Geräten, Maschinen und Anlagen (z.B. Wehen- und Herztonschreiber, elektrische Herzfrequenztaster, Blutdruckmessgeräte, Narkose- und Reanimationsgeräte)Tragen von Schutzkleidung, -ausrüstung (z.B. Arbeitskittel, Einweghandschuhe)Arbeit in medizinischen Einrichtungen/Praxen (z.B. in Kreißsälen oder OPs von Krankenhäusern, in Geburtshäusern)Arbeit in Büroräumen (z.B. bei Dokumentations- und Verwaltungsaufgaben)enger Körperkontakt mit MenschenUmgang mit Körpergeruch, Ausscheidungen (z.B. Konfrontation mit Blut und Körperausscheidungen)Infektionsgefahrunregelmäßige Arbeitszeiten (wechselnde Dienste, auch nachts und am Wochenende)Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft
▶ Berufliche Einsatzmöglichkeiten
Berufliche Einsatzmöglichkeiten gegliedert nach Tätigkeitsfeldern:Lehrtätigkeit an HochschulenDozent/Dozentin an Hochschulen und AkademienStudiengangkoordinator/StudiengangkoordinatorinWissenschaftliche ForschungForschungsreferent/ForschungsreferentinLeiter einer Forschungsgruppe/Leiterin einer ForschungsgruppeWissenschaftlicher Mitarbeiter/Wissenschaftliche MitarbeiterinGesundheitsberatung, -förderungDiabetesassistent/Diabetesassistentin
▶ Arbeitsgegenstände/Arbeitsmittel
Ein zentraler Bestandteil der Tätigkeit von Hebammen ist die Betreuung von (werdenden) Müttern und ihren Familien. Dabei gehen sie mit folgenden Arbeitsmitteln um:Medizinische Geräte und Instrumente, z.B.: Blutdruckmessgeräte, Waagen, Herztonwehenschreiber, Narkose- und Ultraschallgeräte, elektrische Herzfrequenztaster, Sauerstoffgeräte, Stethoskope, Nabelschnurscheren, Geburtszangen Medikamente, Medizinprodukte und Zubehör, z.B.: schmerzstillende Medikamente, örtliche Betäubungsmittel, Desinfektionsmittel, Maßbänder, Windeln, Fläschchen, Sitzbälle, Gymnastikrollen und -mattenUnterlagen, z.B.: Patientendaten, Dienstpläne, Mutterpässe, Geburtenbücher, Kinderuntersuchungshefte, Dokumentationsvorschriften, HygienevorschriftenBüroausstattung, z.B.: PC, Internetzugang, Telefon
▶ Aufgaben und Tätigkeiten kompakt
Hebammen begleiten Frauen medizinisch und psychosozial von der Schwangerschaft bis zur Stillzeit. Sie führen Vorsorgeuntersuchungen durch, bieten Geburtsvorbereitungskurse an und beraten Schwangere. Während der Geburt unterstützen sie die Mütter, überwachen den Geburtsverlauf, kontrollieren Vitalfunktionen und ziehen bei Komplikationen Ärzte bzw. Ärztinnen hinzu. Nach der Entbindung betreuen sie Mutter und Kind, beraten zu Stillen, Rückbildung und Säuglingspflege, und betreuen Familien mit besonderen Risiken als Familienhebammen. Mit entsprechender Qualifikation können sie Leitungsaufgaben übernehmen, im Qualitäts- oder Risikomanagement arbeiten oder in Ausbildung und Forschung tätig werden, wofür meist ein Masterstudium erforderlich ist.
▶ Weiterbildung (berufliche Anpassung)
Anpassungsweiterbildung hilft, das berufliche Wissen aktuell zu halten und an neue Entwicklungen anzupassen (z.B. in den Bereichen Entbindungspflege und Pflegedokumentation).
▶ Weiterbildung (beruflicher Aufstieg)
Aufstiegsweiterbildung baut auf vorhandenen Qualifikationen auf. Sie bietet die Möglichkeit, das Kompetenzprofil zu erweitern und Karrierechancen auszubauen (z.B. durch eine Weiterbildung als Qualitätsbeauftragte/r im Gesundheits- und Sozialwesen).Bachelorabsolventen können ihre Berufs- und Karrierechancen durch ein weiterführendes Studium (z.B. im Studienfach Hebammenkunde oder Pflegemanagement, -wissenschaft).Eine Promotion ist in der Regel für eine wissenschaftliche Laufbahn an der Hochschule erforderlich, für die Berufung zum Hochschulprofessor bzw. zur Hochschulprofessorin benötigt man in der Regel eine Habilitation. Die Promotion erleichtert ggf. auch in der Privatwirtschaft, im Bereich der Forschung und in der öffentlichen Verwaltung den Zugang zu gehobenen beruflichen Positionen.
▶ Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen
Schwangerenberatung und GeburtsvorbereitungSchwangerschaft feststellenwerdende Mütter während der Schwangerschaft betreuenSchwangeren- und Elternsprechstunden durchführen, über gesetzliche und soziale Hilfen für werdende Mütter informieren kultursensibel zu schwangerschaftsgerechter Lebensführung beraten (z.B. bezüglich Medikamenten, Ernährung)belastende Lebenssituationen und Problemlagen bei Schwangeren und ihren Familien erkennen, ggf. auf Maßnahmen zur Unterstützung hinwirkenGeburtsvorbereitungskurse halten Entspannungs- und Atemtechniken lehren, über Vorsorgeuntersuchungen, Schwangerschafts- und Geburtsablauf informierenhinsichtlich Elternschaft, Ernährung, Pflege, Hygiene und Versorgung von Neugeborenen und Säuglingen beratenVorsorgeuntersuchungen durchführen, um Verlauf von Schwangerschaften zu überwachenLeibesumfang, Gewicht, Beckenmaße, Herztöne und Blutdruck der Schwangeren untersuchen, Herztöne, Lage und Entwicklung des Kindes kontrollierenRisikoschwangerschaften erkennen und nach ärztlicher Anordnung überwachen Befunde und Maßnahmen dokumentieren und protokollieren (Mutterpass der Schwangeren führen)in Kliniken die Ärzte und Ärztinnen bei der geburtshilflichen Diagnostik unterstützenGeburtsbegleitungGeburten selbstständig leiten Geburtsablauf besprechen und zur aktiven Mitarbeit ermutigen; Gebärende beruhigen und zum geburtsfördernden Verarbeiten der Wehen sowie zur optimalen Atemarbeit anleiten Wehen überwachen, Gesundheitszustand der Gebärenden und Kinder ständig...
▶ Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)
Worum geht es?Hebammen betreuen Frauen während ihrer Schwangerschaft und bei der Entbindung. Sie versorgen Mütter und Neugeborene im Wochenbett und begleiten sie während der Stillzeit.Schwangerschaftsverlauf überwachen Hebammen beraten Frauen z.B. zu Fragen der Familienplanung und stellen Schwangerschaften fest. Während der Schwangerschaft führen sie Vorsorgeuntersuchungen laut Mutterschaftsrichtlinien (Mutterpass) durch und messen z.B. Gewicht und Blutdruck der werdenden Mütter, überwachen die kindlichen Herztöne und überprüfen die Lage der Kinder. Stellen sie Unregelmäßigkeiten fest, schalten sie die jeweiligen behandelnden Ärzte bzw. Ärztinnen ein. Die Untersuchungsergebnisse tragen sie in den Mutterpass ein und besprechen sie mit den Schwangeren. Bei Risikoschwangerschaften überwachen Hebammen werdende Mütter ggf. auch stationär.Beraten und schulenSie informieren werdende Mütter bzw. Eltern umfassend zu allen mit Schwangerschaft und Geburt zusammenhängenden Fragen und Veränderungen und beraten über eine schwangerschaftsgerechte Lebensführung, beispielsweise hinsichtlich Ernährung und Bewegung. Darüber hinaus informieren sie über Säuglingspflege sowie das Leben mit dem Neugeborenen und bereiten so werdende Mütter bzw. Eltern auf ihre neue Rolle vor. Zur Geburtsvorbereitung lehren sie Entspannungs- und Atemtechniken, leiten die werdenden Mütter bei Beckenbodenübungen an, bei Übungen für das Kreislauf- und Stoffwechselsystem oder den Rücken. Sie bieten außerdem Rückbildungsg...
▶ Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten
Folgende Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten werden für die Ausübung möglicher Tätigkeiten in diesem Studienberuf benötigt. Fähigkeitenverbales (sprachliches) Denken (z.B. Beraten von Schwangeren mit besonderen Risiken, Analysieren von Fachliteratur der Hebammenforschung) figural-räumliches Denken (z.B. Erkennen der Lage von Kindern bei Geburten) Beobachtungsgenauigkeit (z.B. frühzeitiges Erkennen von postnatalen Depressionssymptomen) Merkfähigkeit (z.B. Gedächtnis für Namen und individuelle Besonderheiten vieler Schwangerer und Wöchnerinnen) Fingergeschick (z.B. Versorgung von Neugeborenen) Handgeschick (z.B. Durchführen des manuellen Dammschutzes) Befähigung zum Planen und Organisieren (z.B. Abstimmen von Wochenpflege, Nachsorge und Neugeborenenpflege mit den Wöchnerinnen) Pädagogisches Geschick (z.B. Anleiten zu Rückbildungsgymnastik, zum Stillen und zur Neugeborenenversorgung) Kenntnisse und FertigkeitenVerständnis für mündliche Äußerungen (z.B. Verstehen von z.T. undeutlich geäußerten Wünschen von Schwangeren, Gebärenden oder Wöchnerinnen) Mündliches Ausdrucksvermögen (z.B. Durchführen von Geburtsvorbereitungskursen, Schwangeren- und Elternsprechstunden) Schriftliches Ausdrucksvermögen und Rechtschreibsicherheit (z.B. Verfassen von Berichten)
▶ Rechtliche Regelungen für die Tätigkeit
Gleichwertigkeit ausländischer BerufsqualifikationenRichtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen vom 30.09.2005 (ABl. EU L 255, S. 22), zuletzt geändert durch Delegierten Beschluss (EU) 2025/2187 vom 30.07.2025 (ABl. EU L 2187, S. 1)
▶ Charakteristische körperliche Anforderungen
Die Ausübung des Berufs kann folgende körperliche Anforderungen mit sich bringen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten.Belastbarkeit der Wirbelsäule, Beine, Arme und Hände (z.B. unter Zwangshaltungen arbeiten, gebückt während der Geburt)Körperliche Ausdauer (z.B. bei lange dauerenden Geburten)Robuste Gesundheit (z.B. unregelmäßige Arbeitszeiten; hohe psychische Belastung)Funktionstüchtigkeit der Arme und Hände (z.B. Neugeborene abnabeln und reinigen)Feinmotorik der Hände und Finger (z.B. Geburtsverletzungen versorgen oder nähen)Ungestörtes Sprechvermögen (z.B. Schwangeren- und Elternsprechstunden abhalten)Nahsehvermögen - auch korrigiert (z.B. Abweichungen bei der Geburt, bei den Neugeborenen erkennen)Hörvermögen und Sprachverständnis (z.B. auf Fragen und Wünsche von Schwangeren, Gebärenden oder Wöchnerinnen eingehen)Intakter Tastsinn, intaktes Temperaturempfinden (z.B. Bauch zur Bestimmung der Lage des Kindes abtasten)Gesunde, widerstandsfähige Haut an Händen und Armen (z.B. ständiger Kontakt mit Desinfektionsmitteln; Schutzhandschuhe tragen)Belastbares Herz-Kreislaufsystem (z.B. körperlich z.T. schwere und anstrengende Arbeit)(Intaktes) Belastbares Nervensystem (z.B. bei der Geburt von kranken Kindern)Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Eignung oder Nichteign...
▶ Unmittelbare Job- und Besetzungsalternativen
Im Folgenden werden Berufe oder Tätigkeiten genannt, die Ähnlichkeiten zum Ausgangsberuf aufweisen. Diese Berufe stellen für Bewerber, die in ihrem erlernten Beruf keine freie Stelle finden, eine mögliche Alternative dar. Darüber hinaus können Arbeitgeber Fachkräfte dieser Berufe als Alternativen für die Besetzung einer Arbeitsstelle im Ausgangsberuf in Betracht ziehen.Manche Alternativberufe umfassen nur Teiltätigkeiten des Ausgangsberufs, andere erfordern eine Einarbeitungszeit, die im Einzelfall unterschiedlich lang sein kann.Folgende unmittelbare Beschäftigungs- und Besetzungsalternativen bieten sich für den Beruf Hebamme an:Job- und Besetzungsalternativenin angrenzenden Berufen:Fachkraft - Frühe Hilfenmit niedrigerem Qualifikationsniveau:Unterrichtsentbindungspfleger/UnterrichtshebammeEine Aufstellung aller möglichen Verwandtschaftsstufen findet man hier:Erläuterungen zu den einzelnen Verwandtschaftsstufen
▶ Anerkennung von ausländischen Qualifikationen
Die Tätigkeit als Hebamme ist reglementiert. Gemäß Gesetz über das Studium und den Beruf von Hebammen (Hebammengesetz - HebG), verkündet als Artikel 1 des Gesetzes vom 22.11.2019 (BGBl. I S. 1759), zuletzt geändert durch Artikel 5 des Gesetzes vom 12.12.2023 (BGBl. 2023 I Nr. 359) erfordert die Ausübung der Tätigkeit und das Führen der Berufsbezeichnung eine staatliche Erlaubnis.Um mit einem im Ausland erworbenen Abschluss in diesem Beruf zu arbeiten, ist eine berufliche Anerkennung notwendig.Informationen zum Anerkennungsverfahren bietet das Informationsportal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen: www.anerkennung-in-deutschland.deFalls nicht sämtliche Anforderungen an die vorliegende Qualifikation zur Ausübung des Berufs erfüllt sind, besteht ggf. die Möglichkeit, den Beruf partiell auszuüben. Hierfür bedarf es einer entsprechenden Genehmigung.Zuständige Stellen sind Behörden wie z.B. Landesämter, Regierungspräsidien oder Bezirksregierungen. Bei der Suche nach der zuständigen Stelle für die berufliche Anerkennung helfen der Anerkennungs-Finder und die Fachstelle Beratung und Qualifizierung des IQ-Netzwerks weiter.Weiterführende Informationen zu Leben und Arbeiten in Deutschland:Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland - zentrale Informations-Hotline des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Bundesagentur für Arbeit (BA)Für Menschen aus dem Ausland - Ein Informationsangebot der Bundesagentur für ArbeitZentrale Auslands- un...
▶ Berufsrelevante gesundheitliche Einschränkungen
Folgende gesundheitliche Einschränkungen könnten bei der Ausübung des Berufs zu Problemen führen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten. Immer häufiger gibt es zudem Möglichkeiten, Einschränkungen beispielsweise durch technische Hilfsmittel zu kompensieren.Eingeschränkte Belastbarkeit der Wirbelsäule, Beine, Arme und Hände (z.B. unter Zwangshaltungen arbeiten, gebückt während der Geburt)Mangelnde körperliche Ausdauer (z.B. bei lange dauerenden Geburten)Infektanfälligkeit, chronische Infektionskrankheiten (z.B. unregelmäßige Arbeitszeiten; hohe psychische Belastung)Eingeschränkte Funktionstüchtigkeit der Arme und Hände (z.B. Neugeborene abnabeln und reinigen)Eingeschränkte Feinmotorik der Hände und Finger (z.B. Geburtsverletzungen versorgen oder nähen)Sprachstörung, Sprachfehler (z.B. Schwangeren- und Elternsprechstunden abhalten)Nicht korrigierbare Sehschwäche für die Nähe (z.B. Abweichungen bei der Geburt, bei den Neugeborenen erkennen)Hörminderung, Schwerhörigkeit, Taubheit, Hörstörung, chronische Ohrenleiden (z.B. auf Fragen und Wünsche von Schwangeren, Gebärenden oder Wöchnerinnen eingehen)Gestörter Tastsinn, gestörtes Temperaturempfinden (z.B. Bauch zur Bestimmung der Lage des Kindes abtasten)Chronische oder allergische Hauterkrankungen oder mangelnde Widerstandsfähigkeit der Haut an Händen und Armen (z.B. ständiger Kontakt mit Desinfektionsmitteln; Schutzhandschuhe tragen)Leistungsvermindernde und chr...
Quelle: BERUFENET · Bundesagentur für Arbeit
Häufig gestellte Fragen zu Ebe
Ausbildungsweg, Gehalt, Anerkennung und Einstiegsmöglichkeiten für Ausländer
Was macht ein Hebamme in Deutschland? ▼
In Deutschland sind Hebammen (Hebamme) zentrale Fachkräfte im Gesundheitswesen, die Frauen während der Schwangerschaft, Geburt, des Wochenbetts und der Stillzeit umfassende medizinische und psychosoziale Unterstützung bieten. Dieser Beruf begleitet werdende Mütter und frischgebackene Mütter, beginnend mit der Schwangerschaft bis zu ihren Babys
Ist Hebamme eine Ausbildung oder ein Studienberuf? ▼
In Deutschland folgt "Hebamme" einem Grundberuf — Einstiegsberuf, der keine formale Berufsausbildung oder einen bestimmten Abschluss erfordert.
Wie kann ich in Deutschland als Hebamme qualifiziert werden? ▼
Die Ausübung der Berufstätigkeit ist reglementiert. Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, braucht ein abgeschlossenes Studium im Bereich Hebammenkunde und die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung Hebamme.
Wo arbeiten Hebamme in Deutschland typischerweise? ▼
Hebammen arbeiten in erster Liniein Praxis- und Büroräumenin Kreißsälen und Entbindungsräumenauf Schwangeren-, Wochen-, Säuglingsstationen, in Patienten- und Säuglingszimmernin Gymnastikräumenin PrivatwohnungenDarüber hinaus arbeiten sie ggf. auchin den Räumen sozialer oder öffentlicher Einrichtungen und Institutionenin Seminarräumen und Hörsälen
Wie hoch ist das typische Gehalt für Hebamme in Deutschland? ▼
Beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung im Tarifbereich öffentlicher Dienst (monatlich): 3.863 € bis 4.691 €Quelle:Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD)Hinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.