Was ist Noter?
Beschreibung (Deutsch)
In Deutschland sind Notare unabhängige Träger eines öffentlichen Amtes, die die Rechtssicherheit von Rechtsgeschäften gewährleisten und Unterschriften beglaubigen. Diese Fachleute beurkunden die Absichten der Parteien in Form von Urkunden und informieren sie über mögliche rechtliche Auswirkungen und Konsequenzen.
Studiengänge, die zu diesem Beruf führen
Feld Rechts-, Wirtschaftswissenschaften →Der Beruf Notar/Notarin in Deutschland wird in der Regel durch Studiengänge im Bereich Rechts-, Wirtschaftswissenschaften:
- Betriebswirtschaftslehre/Business Studies
Master · Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Academic Presentation and Communication
Bachelor · Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes
Academic Reading and Writing
Bachelor · Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes
Accounting and Auditing
Master · Ruhr-Universität Bochum
Accounting and Auditing
Master · Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung
Accounting and Controlling
Master · Westfälische Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen
Detaillierte Informationen
▶ Medien
dms - der moderne staatDNotZ - Deutsche Notar-ZeitschriftEuropäisches JustizportalJA - Juristische ArbeitsblätterJURA - Juristische AusbildungJustamentJustizportal des Bundes und der LänderLTO - Legal Tribune OnlineNJW - Neue Juristische WochenschriftnotarNotBZ - Zeitschrift für die notarielle Beratungs- und Beurkundungspraxis
▶ Trends
Künstliche Intelligenz (KI) im RechtsbereichDie Digitalisierung im Rechtsbereich ist noch in der Entwicklung. Dennoch unterstützen moderne Technologien bereits Fachkräfte bei der Automatisierung einfacher juristischer Standardfälle oder bei der Erstellung einfacher Verträge. Doch in Kernaufgaben wie z.B. der Rechtsprechung ist Legal Tech noch schwer vorstellbar: Es sind nach wie vor Menschen, die gerichtliche Entscheidungen treffen. Nichtsdestotrotz sollten sich Juristen und Juristinnen in Zukunft darauf einstellen, dass sich der Rechtsmarkt durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Legal Tech verändern könnte.
▶ Interessen
Folgende Interessen sind wichtig und hilfreich, um in diesem Studienberuf erfolgreich zu sein. Die Interessen sind in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit angegeben. Zu jedem Interessenbereich werden zur Veranschaulichung Tätigkeiten genannt.Interesse an verwaltend-organisatorischen Tätigkeitenz.B. sorgfältiges Dokumentieren des Vollzugs von Rechtsgeschäftenz.B. gewissenhaftes Beurkunden und Bescheinigen von Vorgängen wie der Identitätsfeststellung zur Beglaubigung von Unter- und Abschriftenz.B. Zusammenstellen von Schriftstücken zu einer UrkundeInteresse an theoretisch-abstrakten Tätigkeitenz.B. Analysieren von Gesetzen und Gesetzeskommentaren und Anwenden in einem Vertragz.B. Ermitteln der Sachverhalte in Besprechungen mit Beteiligten und Ermittlungsbehörden und Erkennen und Formulieren der rechtlichen Folgen der Sachverhalte
▶ Arbeitsorte
Notare und Notarinnen arbeiten in erster Liniein Büroräumenin BesprechungsräumenDarüber hinaus arbeiten sie ggf. auchim Homeoffice bzw. mobil
▶ Kompetenzen
Kernkompetenzen, die man während des Studiums erwirbt bzw. vertieft:Bürgerliches Recht, ZivilrechtDigitales GrundbuchGerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG)NotariatswesenRechtswissenschaftenWeitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:BeglaubigungEhe- und FamilienrechtErbrechtGrundbuchrecht, LiegenschaftsrechtHandelsrechtInsolvenz-, KonkursverwaltungInsolvenz- und SanierungsrechtKundenberatung, -betreuungMaklerrechtMediationNachlassverwaltungPersonalwesenTestamenteUrkundswesenVermögensverwaltungVertragsgestaltung, VertragsausarbeitungVertragsrechtWerkvertragsrechtZwangsvollstreckungsrecht
▶ Digitalisierung
Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeits- und Berufswelt kann Aufgabenfelder und Anforderungsprofile verändern. Es eröffnet sich für Notare und Notarinnen ggf. die Chance, sich mit folgenden Technologien, Verfahren oder Systemen zu befassen:Compliance-Management-Systeme - CMS (z.B. die Einhaltung von Vorschriften und Gesetzen mithilfe von Compliance-Management-Systemen überwachen)Digitales Grundbuch (z.B. Daten in der elektronischen Grundakte abrufen oder aktualisieren)Dokumentenmanagementsysteme - DMS (z.B. notariell beglaubigte Urkunden dokumentieren und verwalten)E-Akte (z.B. elektronische Archivalien abrufen)KI-Agenten (z.B. KI-Agenten mit dem Planen und Buchen von Kundenterminen beauftragen)Legal Technology (z.B. Software und Online-Dienste zur Automatisierung oder Unterstützung juristischer Arbeitsprozesse einsetzen)Robotic Process Automation - RPA (z.B. Prozesse für Software-Roboter identifizieren, etwa zur Automatisierung der digitalen Ablage empfangener Dokumenten)Text-Mining-Systeme (z.B. Grundstückskaufverträge, Eheverträge, Testamente und Gesellschaftsgründungsverträge auf bestimmte Klauseln hin durchsuchen)
▶ Arbeitssituation
Notare und Notarinnen arbeiten in der Regel selbstständig. In ihrer Kanzlei übernehmen sie Personalverantwortung und leiten Mitarbeiter/innen an. Sorgfalt und Genauigkeit, z.B. bei der Ausfertigung von Urkunden, sowie Diskretion kennzeichnen ihre Arbeitsweise. Ihre ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit setzen sie z.B. ein, wenn sie Urkundsbeteiligte in juristischen Fragen beraten. Um stets auf dem aktuellen Stand zu bleiben, benötigen sie eine ausgeprägte Aufnahme- und Merkfähigkeit.Ihr Arbeitsalltag spielt sich im Wesentlichen in Büro- und Besprechungsräumen ab.
▶ Existenzgründung
Notare und Notarinnen sind in der Regel selbstständig. Dabei können sie in einigen Bundesländern, zum Beispiel Bayern, Rheinland-Pfalz oder Brandenburg, ausschließlich als Notar bzw. Notarin, in einigen anderen Bundesländern, wie Berlin, Hessen oder Niedersachsen, als Rechtsanwalt bzw. Rechtsanwältin und Notar bzw. Notarin tätig werden. Notare und Notarinnen werden dabei immer von den jeweiligen Landesjustizministerien ernannt.
▶ Verdienst/Einkommen
Aussagen zu den Verdienstmöglichkeiten bei dieser beruflichen Tätigkeit können nicht getroffen werden.
▶ Branchen im Einzelnen
RechtsberatungRechtsanwaltskanzleien und NotariateErbringung sonstiger juristischer Dienstleistungen, z.B. Insolvenz-, Nachlassverwaltung
▶ Zugang zur Tätigkeit
Die Ausübung der Berufstätigkeit ist reglementiert. Man benötigt:ein mit der Ersten juristischen (Staats-)Prüfung abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaftdie Zweite juristische Staatsprüfungeinen dreijährigen Anwärterdienst als Notarassessor/in (Ausbildungsnotariat)die Bestellung durch die LandesjustizbehördeIn einigen Bundesländern können darüber hinaus Rechtsanwälte und -anwältinnen mit mehrjähriger Berufserfahrung neben ihrer Anwaltstätigkeit als Notar/in zugelassen werden. Sie müssen die fachliche Eignung durch das Bestehen der notariellen Fachprüfung nachweisen.
▶ Zugangsstudienfächer
Rechtswissenschaft (Erste juristische Prüfung)
▶ Arbeitsbereiche/Branchen
Notare und Notarinnen finden Beschäftigung z.B. in Notariaten oder in Rechtsanwaltskanzleien mit Notariat.
▶ Tätigkeitsbezeichnungen
Notar/inBerufsbezeichnung in englischer SpracheNotary (m/f)Berufsbezeichnung in französischer SpracheNotaire (m/f)
▶ Sonstige Zugangsbedingungen
Bewerber können nicht erstmals zu Notaren bestellt werden, wenn sie bei Ablauf der Bewerbungsfrist das 60. Lebensjahr vollendet haben. Notare und Notarinnen sind verpflichtet, sich regelmäßig weiterzubilden.Wer das Amt als Notar/in hauptberuflich ausübt, darf grundsätzlich keinen weiteren Beruf ausüben. Nebentätigkeiten sind in begrenztem Umfang erlaubt (z.B. wissenschaftliche, künstlerische oder Dozententätigkeit). Eine Ausnahme bilden hier die in einigen Bundesländern erlaubten Anwaltsnotariate. Anwaltsnotare und -notarinnen müssen strikt auf die Trennung ihrer Funktionen achten, d.h., wer in einer Angelegenheit als Rechtsanwalt bzw. -anwältin tätig wird, darf in der gleichen Angelegenheit nicht mehr als Notar/in tätig werden (und umgekehrt).Voraussetzung für eine Tätigkeit als Anwaltsnotar/in ist grundsätzlich eine mindestens 5-jährige Tätigkeit als Rechtsanwalt bzw. -anwältin für verschiedene Auftraggeber, die seit mindestens 3 Jahren ohne Unterbrechung ausgeübt wird. Zudem muss die fachliche Eignung durch das Bestehen der notariellen Fachprüfung nachgewiesen werden. Nach dem Bestehen dieser Prüfung muss jährlich an von den Notarkammern oder Berufsorganisationen durchgeführten notarspezifischen Weiterbildungsveranstaltungen teilgenommen werden (mindestens 15 Zeitstunden Umfang pro Jahr). Vor der Bestellung zum Notar/zur Notarin muss der Bewerber bzw. die Bewerberin darüber hinaus nachweisen, dass er/sie mit der notariellen Berufspraxis vertraut ist: In der Regel sind nach...
▶ Arbeits- und Sozialverhalten
Einige Merkmale des Arbeits- und Sozialverhaltens sind gleichermaßen für alle Berufe relevant und werden deshalb nicht gesondert erwähnt. Hierzu gehören: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Kritikfähigkeit sowie angemessene Umgangsformen. Zusätzlich werden die nachfolgend genannten berufsspezifischen Merkmale benötigt, um diesen Studienberuf ausüben zu können.Leistungs- und Einsatzbereitschaft (z.B. engagiertes und tatkräftiges Ausräumen von Schwierigkeiten, die beim Vollzug von beurkundeten Rechtsgeschäften auftreten)Sorgfalt (z.B. sorgfältiges und genaues Ausarbeiten von Urkunden)Verantwortungsbewusstsein und -bereitschaft (z.B. durch verantwortungsvolles Beraten sicherstellen, dass sich die Vertragsparteien über die Rechtsfolgen eines Vertrags bewusst sind)Entscheidungsfähigkeit (z.B. sicheres Entscheiden über die Rechtmäßigkeit einer Vertragsformulierung in einem Beratungsgespräch)Selbstständige Arbeitsweise (z.B. eigenständiges Entwerfen von Testaments- und Vertragsentwürfen)Lernbereitschaft (z.B. stets auf dem aktuellen Entwicklungsstand der Rechtsprechung bleiben)Verschwiegenheit (z.B. Stillschweigen bewahren über vertrauliche Informationen der Mandanten)Kommunikationsfähigkeit (z.B. schwierige Rechtsgegenstände verständlich darstellen und mögliche Unklarheiten auf Seiten der Mandanten erkennen)Konfliktfähigkeit (z.B. Vermitteln in rechtlichen Konflikten wie Testamentseröffnungen und Erbscheinerteilungen)Selbstsicherheit (z.B. sicheres und souveränes Auftreten...
▶ Die Tätigkeit im Überblick
Notare und Notarinnen beurkunden Rechtsgeschäfte jeglicher Art und beglaubigen Unterschriften. Sie halten den Willen der Beteiligten fest und klären diese über mögliche Wirkungen und Folgen auf.
▶ Stellen- und Bewerberbörsen
beck-stellenmarktJustizportal des Bundes und der LänderKarriere-JuraLegalCareersLegal Tribune Online Jobbörsetotallylegal
▶ Verbände und Organisationen
Bundesnotarkammer (BNotK)Conférence des Notariats de l'Union Européenne (CNUE)Deutscher Juristen- Fakultätentag, Geschäftsstelle Universität des SaarlandesDeutscher Juristinnenbund e.V. (djb)ELSA - The European Law Students' Associationver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
▶ Arbeitsbedingungen im Einzelnen
Verantwortung für Personen (z.B. Mitarbeiter/innen anleiten und führen)Verantwortung für Sachwerte (z.B. Vermögensverwaltungen, Treuhandschaften, Testamentsvollstreckungen, Konkurs- und Vergleichsverwaltungen übernehmen)Kundenkontakt (z.B. Mandanten und Mandantinnen über Vor- und Nachteile der entworfenen Urkunde und über rechtliche Möglichkeiten informieren)Beachtung vielfältiger Vorschriften und gesetzlicher VorgabenBildschirmarbeit (z.B. Urkunden erstellen)Arbeit in Büroräumen (in Kanzlei-, Besprechungs- und Büroräumen)
▶ Arbeitsgegenstände/Arbeitsmittel
Recherche- und Arbeitsunterlagen, z.B.: Gesetzestexte, Entscheidungssammlungen, Kommentare, (elektronische) Akten, Urkunden, Urkundenrolle, Verwahrungs- und Massenbuch, KorrespondenzDatenverwaltungssysteme, z.B.: juristische DatenbankenBüroausstattung, z.B.: PC, Internetzugang, Telefon
▶ Aufgaben und Tätigkeiten kompakt
Notare und Notarinnen sind in der vorsorgenden Rechtspflege tätig. Als unabhängige Träger eines öffentlichen Amtes beraten sie Rechtsuchende und halten deren Willenserklärungen als Rechtsregelungen fest. Nach der Beurkundung leiten sie die Durchführung der Rechtsschriften ein und überwachen diese. Dazu wickeln sie den notwendigen Schriftverkehr und ergänzende Rechtsgeschäfte ab. Auftretende Schwierigkeiten räumen sie mithilfe entsprechender Rechtsmittel aus. Daneben beurkunden und bescheinigen sie z.B. Vorgänge zur Identitätsfeststellung, nehmen u.a. eidesstattliche Versicherungen ab oder übernehmen Testamentsvollstreckungen.
▶ Weiterbildung (berufliche Anpassung)
Anpassungsweiterbildung hilft, das berufliche Wissen aktuell zu halten und an neue Entwicklungen anzupassen (z.B. in den Bereichen Gesellschaftsrecht, Vertragsrecht, Insolvenzrecht).Darüber hinaus kann sich der Trend, Künstliche Intelligenz z.B. zur Untersuchung und Auswertung juristischer Texte einzusetzen, zu einem wichtigen Weiterbildungsthema für Notare und Notarinnen entwickeln.
▶ Weiterbildung (beruflicher Aufstieg)
Absolventen der Zweiten juristischen Staatsprüfung können ihre Berufs- und Karrierechancen durch ein weiterführendes Studium ausbauen, z.B. im Studienfach Öffentliches Recht oder Wirtschaftsrecht.Eine Promotion ist in der Regel für eine wissenschaftliche Laufbahn an der Hochschule erforderlich, für die Berufung zum Hochschulprofessor bzw. zur Hochschulprofessorin benötigt man in der Regel eine Habilitation. Die Promotion erleichtert ggf. auch in der Privatwirtschaft, im Bereich der Forschung und in der öffentlichen Verwaltung den Zugang zu gehobenen beruflichen Positionen.
▶ Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen
Betreuung und Beratungtatsächliche Verhältnisse und den Willen der Beteiligten in Besprechungen und Verhandlungen ermittelnRechtsregelungen in Form von Urkunden entwerfen und den Beteiligten vorschlagen (z.B. Testamente, Verträge)Beteiligte über Vor- und Nachteile der entworfenen Urkunde informierenBeurkundung von WillenserklärungenErklärungen niederschreiben, vorlesen und von den Beteiligten unterschreiben lassenSchriftstücke zu einer Urkunde zusammenstellen (Siegelung)Rechtsgeschäfte einleiten, überwachen und fördernbei Handelsgesellschaftsverträgen Eintragung ins Handelsregister bewirkenbehördliche Genehmigungen und Bescheinigungen bei Grundstückskaufverträgen einholen, Eigentumsumschreibungen im Grundbuch bewirken, Kaufgrundstücke von Belastungen freimachenergänzende Rechtsgeschäfte abwickelnSonstigesTestamente und Urkunden verwahrenVermögensverwaltungen, Treuhandschaften, Testamentsvollstreckungen, Konkurs- und Vergleichsverwaltungen übernehmenangestelltes Personal aus- und weiterbilden
▶ Weitere Jobalternativen (Bewerbersicht)
Folgende weitere Beschäftigungsalternativen bieten sich für den Beruf Notar/in an:Tätigkeitsfeld Rechtsberatung, -dienstleistungenRechtsanwalt/RechtsanwältinGemeinsamkeit:Rechtskenntnisse anwendenTätigkeitsfeld Rechtsprechung, StrafverfolgungRichter/RichterinStaatsanwalt/StaatsanwältinGemeinsamkeiten:Befähigung zum RichteramtRechtskenntnisse anwendenHinweis: Die genannten Jobalternativen erfordern ggf. eine längere Einarbeitung oder eine Zusatzausbildung.
▶ Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)
Worum geht es?Notare und Notarinnen beurkunden Rechtsgeschäfte jeglicher Art und beglaubigen Unterschriften. Beurkundungen betreffen z.B. Grundstückskaufverträge, Eheverträge, Testamente und Gesellschaftsgründungsverträge. Wesentliche Aufgabe von Notaren und Notarinnen ist es, den Willen der Beteiligten zweifelsfrei festzuhalten und auf mögliche rechtliche Tragweiten hinzuweisen, um zukünftige Streitigkeiten zu vermeiden.BeurkundungSie überprüfen die vorliegenden Sachverhalte sorgfältig. Ihr Ziel ist es, durch Aufklärung und Beratung ihrer Klienten Konflikte zu vermeiden, Streit zu schlichten und in unklaren oder strittigen Fragen rechtssichere Lösungen herbeizuführen. In klärenden Gesprächen bzw. Verhandlungen mit Mandanten stellen Notare und Notarinnen zunächst die Verhältnisse und den Willen der Beteiligten fest. Daraufhin entwerfen sie eine Regelung, die alle Parteien zufriedenstellen soll. Die eigentliche Beurkundung erfolgt auf Grundlage des Bürgerlichen Gesetzbuches. Einzelheiten dazu regelt das Beurkundungsgesetz. Das Notariat lädt die Parteien zum Beurkundungstermin. Hier belehren Notare und Notarinnen die Parteienvertreter, klären diese z.B. über Vor- und Nachteile sowie eventuelle Auswirkungen aus den vorformulierten Schriftstücken auf und nehmen Erklärungen ihnen gegenüber in die Urkunde auf. Die Niederschrift der Urkunde lesen Notare und Notarinnen den Parteienvertretern vor, die den Wortlaut durch Unterschrift genehmigen. Dann bestätigen Notare und Notarinnen du...
▶ Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten
Folgende Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten werden für die Ausübung möglicher Tätigkeiten in diesem Studienberuf benötigt.Fähigkeitenverbales (sprachliches) Denken (z.B. Analysieren und Interpretieren von Schriftstücken, Gesetzen und Gesetzeskommentaren)Merkfähigkeit (z.B. Gedächtnis für Gesetzestexte und Beurkundungsvorschriften)Befähigung zum Planen und Organisieren (z.B. Planen und Organisieren von Treuhandschaften, Vermögens-, Konkurs- und Vergleichsverwaltungen)Kenntnisse und FertigkeitenVerständnis für mündliche Äußerungen (z.B. Führen von Telefonaten mit dem Registergericht; Verstehen der Rückfragen von Mandanten/Mandantinnen)Mündliches Ausdrucksvermögen (z.B. Erläutern der Details eines Ehevertrags)Textverständnis (z.B. Lesen und Verstehen des genauen Wortlauts einer Willenserklärung)Schriftliches Ausdrucksvermögen und Rechtschreibsicherheit (z.B. Erstellen von Testamentsentwürfen)
▶ Rechtliche Regelungen für die Tätigkeit
Deutsches Richtergesetz (DRiG), zuletzt geändert durch Artikel 9 des Gesetzes vom 22.10.2024 (BGBl. 2024 I Nr. 320)Bundesnotarordnung (BNotO), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 10.12.2025 (BGBl. 2025 I Nr. 320)Verordnung über die notarielle Fachprüfung (Notarfachprüfungsverordnung - NotFV) vom 07.05.2010 (BGBl. I S. 576), zuletzt geändert durch Artikel 6 der Verordnung vom 11.12.2024 (BGBl. 2024 I Nr. 411)Gleichwertigkeit beruflicher Bildungsabschlüsse in EuropaRichtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen vom 30.09.2005 (ABl. EU L 255, S. 22), zuletzt geändert durch Delegierten Beschluss (EU) 2025/2187 vom 30.07.2025 (ABl. EU L 2187, S. 1)
▶ Charakteristische körperliche Anforderungen
Die Ausübung des Berufs kann folgende körperliche Anforderungen mit sich bringen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten.Ungestörtes Sprechvermögen (z.B. Details von Eheverträgen erläutern)Nahsehvermögen - auch korrigiert (z.B. Urkunden am Computer erstellen)Hörvermögen und Sprachverständnis (z.B. mit dem Registergericht telefonieren; Rückfragen von Mandanten zu Rechtsgeschäften verstehen)Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Eignung oder Nichteignung muss stets im Einzelfall und unter Berücksichtigung möglicher angemessener Vorkehrungen festgestellt werden.
▶ Anerkennung von ausländischen Qualifikationen
Die Tätigkeit als Notar/in ist reglementiert. Gemäß Bundesnotarordnung (BNotO), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 10.12.2025 (BGBl. 2025 I Nr. 320) erfordert die Ausübung der Tätigkeit die Bestellung durch die Landesjustizbehörde. Dies setzt den Abschluss eines rechtswissenschaftlichen Studiums mit der Ersten juristischen (Staats-)Prüfung und einen anschließenden Vorbereitungsdienst, abgeschlossen mit der zweiten Staatsprüfung (= Befähigung zum Richteramt), sowie einen dreijährigen Anwärterdienst als Notarassessor/in voraus.Um mit einem im Ausland erworbenen Abschluss in diesem Beruf zu arbeiten, ist eine berufliche Anerkennung notwendig.Informationen zum Anerkennungsverfahren bietet das Informationsportal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen: www.anerkennung-in-deutschland.deZuständige Stellen sind die zuständigen Notarkammern. Bei der Suche nach der zuständigen Stelle für die berufliche Anerkennung helfen die Fachstelle Beratung und Qualifizierung des IQ-Netzwerks weiter.Weiterführende Informationen zu Leben und Arbeiten in Deutschland:Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland - zentrale Informations-Hotline des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Bundesagentur für Arbeit (BA)Für Menschen aus dem Ausland - Ein Informationsangebot der Bundesagentur für ArbeitZentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für ArbeitMake it in Germany - Das Willkommensportal der Fachkräfte-Offensive für internatio...
▶ Berufsrelevante gesundheitliche Einschränkungen
Folgende gesundheitliche Einschränkungen könnten bei der Ausübung des Berufs zu Problemen führen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten. Immer häufiger gibt es zudem Möglichkeiten, Einschränkungen beispielsweise durch technische Hilfsmittel zu kompensieren.Sprachstörung, Sprachfehler (z.B. Details von Eheverträgen erläutern)Nicht korrigierbare Sehschwäche für die Nähe (z.B. Urkunden am Computer erstellen)Hörminderung, Schwerhörigkeit, Taubheit, Hörstörung, chronische Ohrenleiden (z.B. mit dem Registergericht telefonieren; Rückfragen von Mandanten zu Rechtsgeschäften verstehen)Hinweis: Diese Informationen bilden keine Grundlage für rechtliche Schritte und sind nicht im Sinne einer medizinischen Eignungsfeststellung zu verstehen. Die tatsächliche körperliche Eignung oder Nichteignung muss stets im Einzelfall und unter Berücksichtigung möglicher angemessener Vorkehrungen festgestellt werden.
Quelle: BERUFENET · Bundesagentur für Arbeit
Häufig gestellte Fragen zu Noter
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Was macht ein Notar/Notarin in Deutschland? ▼
In Deutschland sind Notare unabhängige Träger eines öffentlichen Amtes, die die Rechtssicherheit von Rechtsgeschäften gewährleisten und Unterschriften beglaubigen. Diese Fachleute beurkunden die Absichten der Parteien in Form von Urkunden und informieren sie über mögliche rechtliche Auswirkungen und Konsequenzen.
Ist Notar/Notarin eine Ausbildung oder ein Studienberuf? ▼
In Deutschland folgt "Notar/Notarin" einem Grundberuf — Einstiegsberuf, der keine formale Berufsausbildung oder einen bestimmten Abschluss erfordert.
Wie kann ich in Deutschland als Notar/Notarin qualifiziert werden? ▼
Die Ausübung der Berufstätigkeit ist reglementiert. Man benötigt:ein mit der Ersten juristischen (Staats-)Prüfung abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaftdie Zweite juristische Staatsprüfungeinen dreijährigen Anwärterdienst als Notarassessor/in (Ausbildungsnotariat)die Bestellung durch die LandesjustizbehördeIn einigen Bundesländern können darüber hinaus Rechtsanwälte und -anwältinnen mit mehrjähriger Berufserfahrung neben ihrer Anwaltstätigkeit als Notar/in zugelassen werden. Sie müssen die fachliche Eignung durch das Bestehen der notariellen Fachprüfung nachweisen.
Wo arbeiten Notar/Notarin in Deutschland typischerweise? ▼
Notare und Notarinnen arbeiten in erster Liniein Büroräumenin BesprechungsräumenDarüber hinaus arbeiten sie ggf. auchim Homeoffice bzw. mobil
Wie hoch ist das typische Gehalt für Notar/Notarin in Deutschland? ▼
Aussagen zu den Verdienstmöglichkeiten bei dieser beruflichen Tätigkeit können nicht getroffen werden.